Inflation: Höhere Immobilienpreise, steigende Herausforderungen

Immobilien werden als Sachwerte von der anziehenden Inflation profitieren und sich weiter verteuern, meint Sebastian Becker von Deutsche Bank Research. Der Bundesverband der Immobilien-Investment-Sachvertändigen (BIIS) stellte im Rahmen der Digitalkonferenz „MARKET TALK“ die offene Frage: „Rückkehr der Inflation: Fluch oder Segen für die Immobilienwirtschaft?“

Als Sachwerte werden Immobilien von der anziehenden Inflation profitieren und sich weiter verteuern, meint Sebastian Becker von Deutsche Bank Research. Im Rahmen des BIIS-Market Talks stellte der Bundesverband der Immobilien-Investment-Sachverständigen am 12. November die offene Frage: „Rückkehr der Inflation: Fluch oder Segen für die Immobilienwirtschaft?“

Während Eigentümer von Bestandsimmobilien über hohe Preise und Wertsteigerung im Bestand jubeln, ächzt die Baubranche. Durch Corona-bedingte Lieferengpässe sind die Materialkosten in den vergangenen Monaten explodiert. Glücklicherweise, so der referierende Experte, seien ihm bisher keine Stillstände auf Baustellen bekannt geworden; Bauunternehmen haben jedoch mehr Arbeit und höhere Kosten bei der Materialbeschaffung, die auf die Verkaufspreise im Neubau umgelegt werden und die Kaufpreise weiter treiben; jedoch sei ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar; sukzessive normalisiere sich aktuell der Materialfluss auf den Lieferketten.

Die Zukunft sei dennoch ungewiss. Dies beginne bereits bei der Frage, ob die Inflationsentwicklung, in den USA 6,2 %, in Deutschland im Oktober immerhin stolze 4,5 % ein punktuelles oder ein Dauerhaftes Phänomen sei. Während Notenbanken die durchaus massiven Verteuerungen noch immer mit Sondereffekten - beispielsweise die Absenkung der Mehrwertsteuer - erklären, wachse die Zahl der Ökonomen, die von einer dauerhaft höheren Teuerungsrate ausgeht; so Becker von der Deutschen Bank.

Sind einmal die Lieferengpässe behoben, werden sich die Kosten am Bau dennoch nicht absenken; der Klimaschutz greife in „die gesamte Wertschöpfungskette Bau ein und wird Bauwerke tendenziell weiter verteuern“, schreibt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. An die Stelle der Materialknappheit werde zudem die Personalknappheit treten. Schon heute fehlen Arbeitnehmer in der Baubranche; bereits heute herrsche latente Personalknappheit, die auch nicht mit Leiharbeitern aus dem Ausland kompensiert werden könne. Im Zuge der demographischen Entwicklung auf der Alterspyramide werde sich diese Entwicklung noch zuspitzen.