Inflation: Wieviel Schutz bieten Immobilien?

Inflation könnte im kommenden Jahr das beherrschende Thema werden, wenn die Coronakrise überwunden ist und das aktuell dümpelnde Wirtschaftswachstum wieder an Fahrt gewinnt. Der bekannte Ökonom Prof. Dr. Hans-Werner Sinn hat in einem Interview mit der Neuen Züricher Zeitung über die Inflationsbedrohung gesprochen. Die EZB habe die Geldmenge im Zuge der Hilfsmaßnahmen auf unwirkliche 4,6 Billionen Euro aufgebläht. Die Liquidität könne sich jedoch aktuell nicht nachfragewirksam in die Volkswirtschaft umsetzen.

Wenn die Nachfrage nach der Krise wieder anspringe, könnten sich Inflationstendenzen zeigen, gegen die die Zentralbank machlos wäre. „Es ist zu hoffen, dass es nicht so schlimm kommt wie nach dem Ersten Weltkrieg“, sagt Sinn.

Im Immobilienmarkt habe die Inflation praktisch schon begonnen, meint der Ökonom mit Blick auf die stark gestiegenen Kaufpreise: „Güter des täglichen Bedarfs kann man sich für sein Geld zwar noch kaufen, aber Häuser nicht mehr. Eine junge Familie kann sich in Zürich oder in München kein Haus mehr leisten.“ Gut gegen Inflation abgesichert sieht der Ökonom diejenigen, die bereits jetzt in Sachwerten investiert sind. Zu den beliebtesten Sachwert-Investitionen gehören Anlagen in Immobilien. Verliert das Geld an Wert, steigen Sachanlagen im Preis oder lassen sich gegen andere, zum jeweiligen Zeitpunkt entsprechend werthaltige Güter umtauschen.




Einen garantierten Schutz kann aber auch die Immobilienanlage nicht bieten. Gerade bei galoppierender - und Hyperinflation wäre das gesamte Wirtschaftssystem mit Verwerfungen konfrontiert - auch die Mieter, die die vermieteten Immobilien bewohnen. Zudem würde die Politik einen Lastenausgleich am Immobilieneigentum ansetzen. Diese Sorge manifestiert sich bei einigen unserer Kunden. Sie wandeln Ihre privaten Immobilienbestände seit geraumer Zeit in Stiftungsvermögen um. Häufig sind die Stiftungen dann außerhalb der EU, beispielsweise in Liechtenstein ansässig. Auch den Erwerb von Immobilien außerhalb der EU-Zone (und damit des Euro-Währungsraumes) begreifen unsere Kunden als gangbaren Weg zur Absicherung ihres Vermögens.


Beitrag erschien im Rahmen der VermieterPRO Immo-News vom 6.12.2020.


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