Neue Geldpolitik: EZB nimmt Inflation in Kauf

Die EZB hat ihre geldpolitische Strategie geändert und sich selbst ein höheres Inflationsziel, sowie damit einhergehend erweiterten Handlungsspielraum, genehmigt.

Das Inflationsziel solle nun „symmetrisch um zwei Prozent“ betragen, bisher galt „knapp unter zwei Prozent“. Die Wirtschaftswoche titelt, die EZB sei auf dem Weg in den ewigen Nullzins. Die Tagesschau konstatiert eine „unsichere Christine Lagarde“, sich sich bei der Pressekonferenz nach der EZB-Ratssitzung bemüht habe, die Ergebnisse „gut zu verkaufen“. Die Juristin sei bei der Vorstellung der neuen Strategie „immer wieder ins Stocken“ geraten.

Preisstabilität nicht mehr höchste Maxime Mit der folgenschweren Entscheidung verwässert die Zentralbank ihr ursprüngliches Ziel, die Preisstabilität im Euroraum zu sichern. Die Wirtschaftswoche kommentiert den Richtungswechsel mit dem Slogan: „Finanzkrise voraus“. Eine Entwertung des Geldes werde forciert um die Staaten durch Inflation zu entschulden.


Übereinstimmend argumentieren zahlreiche Marktkommentatoren, die Nullzinspolitik werde durch die geldpolitische Wende zementiert, tausende Sparer würden so schleichend enteignet.

Auswirkungen für den Immobilienmarkt

Der Immobilienmarkt kann durch die neue Strategie mit weiterem Preisauftrieb rechnen. Michael Neumann, CEO des Immobilienfinanzierers Dr. Klein sagt: „Die Anhebung des Leitzinses ist in noch weitere Ferne gerückt und die Inflation wird durch die geänderte Strategie gestärkt. Damit verlieren verzinsliche Anlageformen wie Sparbücher, Lebensversicherungen oder Anleihen weiter an Attraktivität, Sachwerte wie Immobilien oder Aktien dagegen profitieren. Zu erwarten ist eine anhaltende oder sogar verstärkte Nachfrage nach Immobilien, nicht zuletzt zur Altersvorsorge.“

Blasengefahr: Schere zwischen Mieten und Kaufpreisen steigt weiter

Aus Sicht von VermieterPRO sollten Eigentümer die Entwicklung der Mietpreise im Blick behalten. Im Vergleich zu den Kaufpreisen werden nach unserer Einschätzung die Mieten weniger stark steigen. Je weiter sich die Schere zwischen Mietpreisen und Kaufpreisen öffnet, umso wahrscheinlicher wird die Blasenbildung. Verkaufswillige Eigentümer können vom inflationsbedingten Wertzuwachs ihrer Immobilien profitieren, wenn sie über Konzepte für die Weiterverwendung der beim Verkauf freigesetzten Liquidität verfügen. Wenig empfehlenswert scheint uns zum aktuellen Zeitpunkt, große Geldvermögen über längere Zeiträume auf Giro- oder Tagesgeldkonnten zu parken.


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