Wohnen im Wohnhochhaus: Zukunftstrend oder Auslaufmodell?

Wohnen im Wohnhochhaus könnte die Lösung der sogenannten Wohnungsnot darstellen. Sogar in den deutschen Großstädten existiert über den bebauten Flächen noch jede Menge freier Luftraum, der mit Wohnungen nachverdichtet werden könnte. Dies ist zumindest die Meinung von Deutsche Wohnen CEO Michael Zahn, der im Gespräch mit der Wirtschaftswoche ein Umdenken auf Kommunaler Ebene hin zum Wohnhochhaus fordert.

Kommunen scheuen die Nachverdichtung in die Höhe In den Rathäusern brauche es „einfach deutlich mehr Mut“, zitiert ihn das Blatt im zugehörigen Textbeitrag. Man müsse erkennen, dass die „politische Miete“ nur noch über Verdichtung erreicht werden könne. Zahn lobt Frankfurt, das exemplarisch in Deutschland für die Verdichtung nach oben steht, kritisiert dabei jedoch andere Großstädte wie Berlin oder München, bei denen der Druck „anscheinend“ „noch nicht groß genug“ sei. In Frankfurt ist der Gebäudetyp Wohnhochhaus im Stadtbild fest verankert. Und dennoch ist das Konzept der Wohnung im Wohnturm auch bei Mietern in Frankfurt unbeliebt.

Steht der Mieter vor der Wahl, entscheidet er sich häufig dennoch für die Wohnung in der kleinen Einheit, näher am Boden - obgleich die Mietpreise in Wohnhochhäusern vergleichsweise günstig daherkommen und das Wohnhochhaus zudem im Regelfall eine Menge an weiteren Vorteilen bringt. Zu tief ist das Klischee des „hässlichen Klotzes“ in der deutschen Denkschule verankert. Freunde könnten fragen, wie man auf die Idee kommt, im derart uncharmanten Betonblock zu wohnen. Selten argumentiert dann der Mietinteressent, inhaltlich korrekt: „Ich schaue doch meistens aus dem Gebäude heraus und nicht drauf!“ Wohnen im Hochhaus hat Vorteile! Das atemberaubende Panorama beim Blick aus dem Fenster wird dann ebenso zur Nebensache, wie weitere Annehmlichkeiten: Um Treppenhausreinigung und Winterdienst müssen sich Bewohner von Wohnhochhäusern keine Gedanken machen. Ein Hausmeisterdienst steht zur Verfügung, der über Hausgeld bzw. Betriebskosten abgerechnet wird. Auch ist immer mindestens ein Fahrstuhl vorhanden - die Altbauwohnung im 4.OG des schönen Frankfurter Nordends erreichen dessen Bewohner dagegen bei sommerlichen Temperaturen, einkaufstüten schleppend, meist nur verschwitzt und außer Atem; fürs Wohnen im sanierungsbedürftigen Bestandsaltbau mit unmoderner Gasetagenheizung legen sie trotzdem gerne 40 Prozent mehr Miete auf den Tisch. Im gewachsenen Wohnumfeld gelten zudem private PKW-Stellplätze als überbewertet, sodass grundsätzlich Zeit für die Parkplatzsuche eingeplant werden muss; im Wohnhochhaus sind per Genehmigungsplanung entsprechende Stellplätze verfügbar zu halten und können im Regelfall zu moderaten Konditionen gemietet werden.

Lage im Hochhaus-Luxus-Segment ist angespannt: Mieter für Luxuswohnungen sind schwer zu finden! Und wie ist die Lage bei Luxuswohnhochhäusern? Hier schreibt die Frankfurter Neue Presse, der Markt gelte inzwischen als übersättigt. Vielleicht hat die Corona Krise zahlungskräftigen Mietern und Käufern die Lust aufs Luxus-Wohnhochhaus verdorben. Im April berichtet das Blatt „Hochhaus-Investoren ziehen die Reißleine“, zwei geplante Hochhaus-Projekte, der „Porsche Design Tower“ und der „Riverpark Tower“ werden nicht wie geplant realisiert. Im Elite-Projekt „EDEN“, das mit seiner lebenden Grünfassade neue Maßsstäbe setzen sollte, werden auch noch viele Wohnungen zum Kauf angeboten - eventuell nehmen pollengeplagte Allergiker vom Erwerb Abstand, unter Umständen sind aber auch hohe Erhaltungskosten der Grund. Sogar im jüngst fertig gestellten Grand Tower sind noch Wohnungen verfügbar. Die FNP berichtet über Probleme von Eigentümern, Mieter für die Luxus-Neubauappartments zu finden. Auf den Portalen sind grundsätzlich Angebote verfügbar. Ist aktuell die Zeit zum Umdenken, sich an New York oder Dubai zu orientieren und mit Nachverdichtung in die Höhe das Wohnungsproblem in den Großstädten zu lösen? Oder bleibt das Wohnhochhaus dann doch dauerhaft dauerhaft ein Ladenhüter, weil den Deutschen der Mut fehlt?


Erstveröffentlichung des Beitrags im Rahmen der VermieterPRO News vom 27.06.2021. Abonnieren Sie unseren Newsletter, um Infos zu aktuellen Angeboten und Nachrichten aus dem Immobilienmarkt zu erhalten.


VermieterPRO - der spezialisierte Immobilienmakler für die Vermietung und den Verkauf Ihrer Kapitalanlage

VermieterPRO ist der Makler für die Vermietung und den Verkauf von Eigentumswohnungen, Kapitalanlagen und Mehrfamilienhäusern in der Metropolregion Frankfurt/ Rhein-Main. Mit tausenden erfolgreich vermieteter Wohnimmobilien sind wir Experten im Bereich Mietersuche und Immobilienmanagement. Als Immobilienmakler haben wir lokalen Markt im Fokus, behalten aber auch globale ökonomische, politische und wirtschaftliche Strömungen im Blick. So unterstützen wir Eigentümer zudem bei der Strukturierung und Optimierung ihres Immobiliönportfolios. Dafür verfügt VermieterPRO über ein starkes nationales und internationales Netzwerk, sodass wir unseren Kunden auch lukrative Investmentalternativen offerieren können. Gerade die internationale Diversifikation von Vermögenswerten in Märkte, die nicht mit Deutschland, dem Euroraum und dem Euro korreliert sind, gewinnt in jüngster Vergangenheit an Bedeutung.

Durch unsere internationale Vernetzung sind wir zudem etablierter Ansprechpartner von Unternehmen und namenhaften Relocation Agenturen, in Fragen der Immobiliensuche für Internationales Publikum (Expats), das bedingt durch Wechsel der Arbeitsstätte in der Region Frankfurt / Rhein-Main temporär oder dauerhaft ein neues Zuhause finden muss.


DISCLAIMER: Dieser Beitrag wurde zu werblichen Zwecken erstellt. Für Verluste, Schäden oder Kosten, die aus direkter oder indirekter Verwendung der enthaltenen Informationen ergeben, übernehmen wir keine Haftung. Die Publikation wurde unter Einbezug von Quellen erstellt, die wir als verlässlich erachten, jedoch können wir keine abschließende Garantie für deren Qualität übernehmen.